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Werkstatt des Hänneschen-Theaters zieht nach über 26 Jahren um

Kölnische Rundschau, 18.10.2017

Mietvertrag gekündigt - Werkstatt des Hänneschen-Theaters zieht nach über 26 Jahren um

Köln - „Ist schon besser hier. Mehr Licht, mehr Platz, mehr Bewegungsfreiheit.“ Markus Henn steht in der neuen Werkstatt des Hänneschen-Theaters am Poller Kirchweg und blickt zufrieden über Maschinen und Werkbänke. Über ihm hängt seine erste gefertigte Kulisse für das Stück „Hänneschen und die Goldpiraten“ – das Segelschiff „Santa Knollita“. Links daneben „fliegt“ die Space Shuttle „Knollendorf United“ mit dem Geißbock-Logo, gebaut von seinem Kollegen und Werkstattleiter Ralf Bungarten.
Nach 26 Jahren musste die Werkstatt der Knollendorfer vom Mühlenbach über den Rhein ins neue Domizil am Poller Kirchweg umziehen. „Der Eigentümer hat uns gekündigt, weil er Eigentumswohnungen bauen will. Hier in Poll haben wir jetzt einen Mietvertrag mit 15-jähriger Laufzeit“, erzählt Henn.

Mit schwerem Gepäck über die Brücke

Der Wechsel auf die Schäl Sick mit schwerem und sperrigem „Gepäck“ war ein anspruchsvolles Unternehmen, das 50 Fahrten über die Severinsbrücke mit vollgepackten 7,5-Tonnern erforderlich machte. Über 700 große und fast 800 kleinere Kulissenteile sowie zahlreiche Requisiten wurden auf die rechte Rheinseite transportiert. Dazu große Mengen an Werkzeugen wie Hammer, Hobel, Schraubenzieher, Feilen und Pinsel. „Kleinere Requisiten, die sich nicht in Kartons oder Rollwagen verstauen ließen, haben wir halt einzeln getragen“, erzählt Henn.
Die schweren Maschinen zur Holzbearbeitung wie die Kopier- und Drechselmaschine, die Tischkreissäge und der Dickhobel wurden als letztes verladen und in der neuen Halle wieder aufgebaut. Im rechtsrheinischen Domizil stehen nun statt der 700 Quadratmeter am Mühlenbach insgesamt 1000 Quadratmeter in zwei Hallen zur Verfügung. Das Lager für die Kulisse und die Werkstatt sind getrennt von einander. Außerdem gibt es ein Holzlager und separate Büro- und Sozialräume.
Eine große Freifläche vereinfacht künftig das Ein- und Ausladen der Kulissen. Die sind inzwischen zum großen Teil nach Themen wie Stadt, Wald, Weihnachten, Karneval und Ostern sortiert. Schon bald wollen sich Henn und Bungarten mit den Autoren zusammensetzen, um die Kulissen für das Weihnachtsstück und die Puppensitzung zu entwerfen.
Bei der besonders beliebten Puppensitzung spielen die Kulissenbauer sogar selber mit. „Zwar nur als Statisten, aber hinger dr Britz bei der Puppensitzung mitzuwirken, ist immer ein ganz besonderes Erlebnis“, sagt Henn und freut sich jetzt schon darauf.