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Geläuterter Geizhals Weihnachtsmärchen begeistert Zuschauer

Erstellt 27.11.2016

Köln - Die Premiere hatte noch nicht begonnen, da waren schon sämtliche Aufführungen bis zum 19. Dezember ausverkauft. Wenn Hänneschen und Co. zur Bühne rufen, können sie sich einer treuen Gefolgschaft gewiss sein. So ist es auch beim Weihnachtsmärchen „Drei Krune för et Chressfess“, das am Donnerstagabend Premiere im Hänneschen-Theater feierte.

Kölsches Lokalkolorit inklusive

Die Geschichte des herzlosen und geizigen Schäl, der sich dank drastischer „Erziehungsmaßnahmen“ der Heiligen Drei Könige vom despotischen Chef eines Trödelladens zum gütigen und hilfsbereiten Mann wandelt, geht ans Herz. Und Autor Udo Müller, seit 25 Jahren im Theaterteam, outet sich als Fan des britischen Schriftstellers Charles Dickens, von dessen weltberühmter Weihnachtsgeschichte er sich hat inspirieren lassen. Was die liebevoll gestalteten Figuren nicht daran hindert, kölsches Lokalkolorit wie vibrierende Stadtbahnen und das Dreigestirn (Hänneschen über die Heiligen Drei Könige) oder die unvermeidliche Hassliebe zu den Düsseldorfern einzuflechten.

Dass Schäl zum Weihnachtshasser geworden ist, weil seine Mutter an einem Heiligabend starb, macht ihn zum bemitleidenswerten Menschen. Der allerdings schmerzhaft lernen muss, was Hartherzigkeit bewirken kann. Als ein Blick in die Zukunft ihm zeigt, dass seine Umwelt seinen Tod mit Freude aufnimmt („Wat fott is, is fott. In tiefer Dankbarkeit. Deine Stadt“ steht auf der Anzeige), ist er endgültig geläutert.

Das Publikum quittierte die wundervolle Aufführung nicht nur mit viel Applaus und herzhaftem Lachen. Es zögerte auch keine Sekunde, voller Inbrunst Weihnachtslieder mitzusingen, als die Puppen sie anstimmten. (kri)

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