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Heumarkt-Schau Kleine Foyerausstellung im Hänneschen

Erstellt: 23.11.2016

Köln - Eine feste Spielstätte war für Puppenspieler lange Zeit undenkbar. Man gastierte in Pferdeställen und Lagerräumen, das galt auch für das 1802 gegründete Hänneschen-Theater. In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts gastierte das Hänneschen in der Blindgasse nahe dem Augustinerplatz, 1834 fand das Theater an der Wahlgasse nahe Groß St. Martin eine Heimstätte. Seit knapp 80 Jahren haben die Puppenspiele nun – von Unterbrechungen abgesehen – ihren festen Sitz am Eisenmarkt in der Altstadt. „Wir haben nie direkt am Heumarkt gespielt“, sagt Intendantin Frauke Kemmerling, „aber wir fühlen uns doch zu diesem Platz gehörig.“

Begleitend zu der am 10. Dezember beginnenden Ausstellung „Der Heumarkt“ im Stadtmuseum, sind im Foyer des Hänneschen-Theaters hochkarätige Bodenfunde und Bilder aus der Zeit des Einzugs am Eisenmarkt 1938 zu sehen. Die Überreste dreier Göttinen stehen in der Vitrine im Eingangsbereich.

Sie stammen aus einem Matronenaltar, der als Baumaterial zweckentfremdet worden ist. Im Hänneschen ist der Fund neben einem Torso zu sehen, der in der Rheingasse gefunden wurde. In Kisten daneben stapelt sich Heumarkt-Schotter aus mehreren Jahrhunderten. Nach der Platzbegründung durch Erzbischof Bruno um das Jahr 957 wurde der Platz um insgesamt sechs Meter aufgeschottert.

Weiter hängen im Foyer Bilder aus dem Fotoalbum des festlichen Umzugs der Puppenspiele im Juli 1938. Die Darsteller von Tünnes und Schäl, Hänneschen und Bärbelchen zogen durch die Straßen, Mählwurms Pitter thronte auf einem Bierfass und ließ sich umjubeln. „Die Gegend um den Eisenmarkt war damals Arme-Leute-Viertel“, sagt Stefan Lewejohann vom Stadtmuseum. „Mit der Neugestaltung sollte die Mittelschicht angezogen werden.“

Lewejohann hat mit Marion Euskirchen vom Römisch-Germanischen Museum die Ausstellung kuratiert. „Der Heumarkt“ ist die dritte Schau aus der Reihe „Drunter und drüber“ und beschäftigt sich mit den Ausgrabungen und Funden und der Geschichte des Platzes und umliegender Straßen und Institutionen. Die Rundschau ist Medienpartner. Die Ausstellung im Foyer des Hänneschen ist begleitend bis Mai zu sehen. Eine Besonderheit konnten die Kuratoren mit Intendantin Frauke Kemmerling schon vorab präsentieren: Comic-Zeichner Ralf König hat für die Ausstellung Marktfiguren des 13. Jahrhunderts gezeichnet. Sie sind als Pappkameraden ebenfalls in der Vitrine zu sehen.

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