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Irre Party in der Flora Wilde Haie-Anekdoten und Lüde macht das Hänneschen

Erstellt 25.09.2016

Köln - Was für ein Abgang für Haie-Legende Mirko Lüdemann (42)! Das Abschiedsspiel des Kult-Verteidigers in der Lanxess-Arena setzt neue Maßstäbe im deutschen Eishockey, 12012 Zuschauer (passend zu Lüdemanns Nummer 12, die unters Arena-Dach gehängt wurde) und die Beteiligten auf dem Eis sorgten für Dauer-Gänsehaut.

„Das bekommst du so nur in Köln hin“, glaubt nicht nur Haie-Sportdirektor Mark Mahon (50). In der Arena wurde Lüde mit Strohhut und Angel auf seine letzte Ehrenrunde geschickt.

Sehr gelungen waren auch die  Video-Einspieler. Peter Klöppel (57) und Ulrike von der Groeben (59)  gratulierten mit einer fiktiven RTL-Sondersendung. Vom FC schickten Timo Horn (23), Dominic Maroh (29), Alexander Bade (46) und Vize-Präsident Toni Schumacher (62) die besten Wünsche.
Und das Hänneschen-Theater schenkte Lüdemann sogar eine eigene Puppe – in Knollendorf spielt er weiter im Haie-Trikot.

Unaufgeregter Junge

Krönender Abschluss war die feierliche Gala in der Flora. „Was schenkt man einem wie Mirko?“ fragten sich Tino Boos (41), Andi Renz (39), Sven Felski (41) und andere  Weggefährten – und entschieden sich für ein launiges Video mit tollen Szenen und schrägen Schnappschüssen aus Lüdes 23 Haie-Jahren.
„Als Lüde 1993 zum KEC kam, war er ein nicht sonderlich gesprächiger, bescheidener und unaufgeregter Junge“, eröffnete Jörg Mayr (46) seine pointierte Laudatio und erzählte Anekdötchen wie dieses: „Als Lüde in seinen ersten Playoffs verletzt war, hat unser Trainer W?adimir Wasiljew zu unserem Mannschaftsarzt Peter Schäferhoff gesagt: »Lüdemann muss spielen. Machst Du Apparat, Klebe, Spritze.«“

Oder dieses im Bezug auf ständig wechselnde Kader: „Als Lüde, Tino Boos und ich uns einmal über alte Zeiten unterhalten haben, kamen wir auf einen Spieler, von dem Lüde sagte: »Den kenne ich nicht, den Namen habe ich noch nie gehört.« Worauf Tino erklärte: »Neben dem hast Du zwei Jahre gesessen.«“

Nackt in Netherys Büro

Mayr erinnerte an den  Zusammenhalt in den alten Zeiten, und der wurde dann  auch bei dem ein oder anderen Kölsch beschworen. „Ich war nur zwei Jahre in Köln, aber damals  waren die Haie meine Familie“, schwärmte Markus Jocher (37), einer der vielen anwesenden Meister-Spieler von 2002. „Das gibt’s doch heute alles nicht mehr. In München kommen die Spieler mit Kopfhörer, ziehen sich um, gehen aufs Eis und sind wieder weg.“

Mit Andi „Eisen“-Renz schwelgte  er in den Höhen und Tiefen der damaligen Achterbahn-Saison unter Lance Nethery (59). Als die Krise ihren Höhepunkt erreicht hatte, habe der Trainer das Team „24 Stunden in der Kabine eingesperrt. wir durften das Trainingsgelände nicht verlassen“. Die Zeit wurde lang, und es geschah folgendes: „Wir haben einen ausgeknobelt, der nackt zur Geschäftsstelle hochlaufen musste  und in Netherys Büro mit dem Fenster zur Eisfläche auf den Tisch springen.“

Die Aktion wurde durchgezogen. „Von da an waren wir ein so verschworener Haufen, dass wir nicht mehr zu stoppen waren.“ Nethery wurde  entlassen, Rich Chernomaz  (53) führte die Haie zum bis heute letzten Titelgewinn. Und nein: Der Nackte war nicht Mirko Lüdemann…

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