"Kölsch hat mir meine Oma beigebracht"



Erstellt 02.08.2016

Puppenspielerin Katja Solange Wiesner plaudert aus dem Nähkästchen

Köln (as). "Mer bruche keiner, keiner dä uns säht, wie mer echte Fründschaff fiere dät..." sangen Hänneschen, Bärbelchen und die Tiere  aus voller Brust und circa 200 Flüchtlingskinder auf den roten Holzbänken, lachten, klatschen und hüpften begeistert mit. Knapp 40 Minuten dauerte die Hänneschen-Sondervorstellung, bei der der Fokus neben Hänneschen und Bärbelchen, Löwe, Elefant und Co. mehr auf Bildern und Liedern wie "Happy" oder "Sing eetste Fründin..." lag als auf der kölschen Sprache. Die Idee zu dem Stück "Do sid ehr jo!" hatte Werkstattleiter Ralf Bungarten. Puppenspielerin Katja Solange Wiesner hat das Zirkusstück inszeniert und mit den Ensemblekollegen neben dem normalen Spielbetrieb einstudiert.

"Das Stück ist ein Gemeinschaftsprojekt, mit dem wir den Kindern zeigen wollten, dass es Menschen gibt, die an sie denken. Dass die Überraschung, der Refrain "Maiers Kättchen..." in arabischer Sprache gesungen bei unseren jungen Gästen so gut angekommen ist, freut uns sehr."

Seit drei Jahren gehört die Kölnerin, die in Vogelsang aufgewachsen und die ersten Jahre zur Schule gegangen ist, als festes Mitglied zum Ensemble des Kölner Hänneschen Theaters. Auf der Schulbühne stand die ausgebildete Schauspielerin zum ersten Mal im Scheinwerferlicht. Nach Abschluss der Ausbildung hat sie an den verschiedenen Bühnen im In- und Ausland gearbeitet. "Ein Schaupielkollege hat mir dann erzählt, dass das Hänneschen Theater Puppenspieler sucht. Ich wollte immer schon auf der Bühne "Kölsch" sprechen. Also habe ich mich beworben und bin nun Puppenspielerin", erinnert sich Wiesner. Die für einen Stockpuppenspieler am Kölner Hänneschen Theater notwendigen Voraussetzungen: man darf nicht größer als 180 Meter sein, sollte stimmliches und schauspielerisches Talent besitzen und vor allem den kölschen Dialekt sprechen können, erfüllte die Vogelsangerin auch. "Kölsch" zu sprechen, habe ich als Kind von meiner Oma gelernt und ich bin gerade dabei es wieder zu erleben. Wie man letztendlich mit einer Stockpuppe, die zwischen drei und sieben Kilogramm wiegt, spielt, haben mir die älteren Kollegen gezeigt und dann hieß es: learning by doing", lacht die Puppenspielerin.

Eine feste Puppe so wie ihr Kollege Werner Schlangen, der den Schäl spielt, hat sie nicht. "Ich spiele alle Figuren gerne. So habe ich etwa im Ostermärchen "Has op Jöck" Schäls Tochter Röschen gespielt."
"Ich ben us Kölle ...mer süht et nur nit tireck!" stellt die leidenschaftliche Schauspielerin sich auf der Internetseite des Hänneschen Theaters vor. Doch wenn sie hinter der Britz steht, hört man es ganz genau!

Die erste Vorstellung nach der Sommerpause ist am 27. August um 19.30 Uhr mit der Premiere des neuen Erwachsenen Kriminalstücks "Schälock Holmes". Das neue Kindermusical "Dat kütt bloss vum Singe" feiert am 18. September um 14.30 Uhr Premiere. Das Weihnachtstück "Drei Krune för et Chressfess" wird am 24. November um 17.30 Uhr zum ersten Mal aufgeführt.
Infos unter www.haenneschen.de

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