Hänneschen-Theater Knollendorf droht ein Jahr lang Halloween



Erstellt 07.03.2016

Von Norbert Ramme

Köln - Während die Jecken in Köln und Düsseldorf noch über eine Verlängerung der Session und Sommer- Karneval streiten, ist man im Hänneschen (fast) schon einen Schritt weiter.

Im neuen Ostermärchen „Osterween? … Oder wat soll dä Quatsch?“, das am Wochenende Premiere hatte, geht es gar schon um die Vereinnahmung aller Feste durch den Kürbiskopf – hin zum Ganzjahres-Halloween.

Die Geschichte von Weenie, dem Kürbiskopf, der für Halloween zuständig ist und nichts mehr liebt, als wenn sich jeder gruselt und erschreckt, hat sich Puppenspielerin Silke Essert ausgedacht. Sie spielt auch gleich die Kürbisrolle – recht temperamentvoll und sprachlich mit einem feinen Kölsch und deutlich amerikanischem Akzent.Für Weenie, der sich am liebsten alle Feste unter den Nagel reißen will und auch schon mit der Zahnfee und dem Nikolaus verhandelt, ist Ostern erst der Anfang. „In good old germany werde ich ein Star. Alle sollen sich gruseln das ganze Jahr.“Der allzu gutgläubige Osterhase hat sich austricksen lassen und ist auf die Idee eines Austausches der Kulturen reingefallen.

Doch Weenie denkt gar nicht daran, wie abgesprochen dem Hasen eine Auszeit zu gönnen und für diesen die Eier zu verstecken.Als Hänneschen und Bärbelchen am Ostersonntagmorgen auf die Suche nach bunten Eiern und Schokolade gehen wollen, ist der Innenhof übersät mit ausgehöhlten Kürbis-Fratzen und Spinnweben. In den anderen Straßen Knollendorfs sähe es, so berichtet Speimanes, ähnlich aus.

Doch ehe der unzeitgemäße Halloween-Spuk („Jedes Fess hät sing Zick“) wieder beendet wird, gibt es wunderschöne Szenen und Lieder. Drei aufgescheuchte Hühner wirbeln zu einem Cindy-Lauper-Hit („Girls Just Wanna Have Fun“) umher: „Höhner bruche ne Hahn“. Mit den Waldtieren im Knollebösch singt ein Pinguin („Wir haben Schüleraustausch“) und durch die Höhle des Kürbiskopfes flattern zwei Fledermäuse.

Pinguin und Fledermäuse sowie eine Riesenspinne und einige Bienen und Vögel hat Hans-Dieter Ferlage für die Puppenbühne ganz neu gebaut. Der kommt vom Unterwasser-Marionettentheater aus Lübeck, mit dem Puppenspiel-Intendantin Frauke Kemmerling eine Kooperation vereinbart hat. Das scheint sich zu lohnen.

Das Ostermärchen wird bis zum 24. März (Donnerstag) gespielt, jeweils Mittwoch bis Sonntag um 15 und 17.30 Uhr. Erwachsene zahlen 13 Euro, Kinder 8,50 Euro. Karten an der Theaterkasse oder unter 0221/258 12 01.

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