Public Viewing statt TV für ‘Puppensitzung’



Erstellt 02.03.2016

Hänneschen-Theater stellt Programm für die Spielzeit 2016/17 vor

Das nennt man Karriereplanung: Carolyn Gase schrieb nicht nur ihre Bachelor-Arbeit über das Hänneschen-Theater (die erste in der Geschichte des Hauses), sie schrieb auch gleich das nächste Ostermärchen für die kölsche Puppenbühne. Intendantin Frauke Kemmerling stellte jetzt das Programm für die Spielzeit 2016/17 vor.

Insgesamt sind sechs Premieren vorgesehen. Neben dem Ostermärchen „Jede Has is anders“ steht traditionell auch ein Weihnachtsmärchen auf dem Spielplan. Für „Drei Krune för et Chressfess“ ließ sich Autor Udo Müller von Charles Dickens’ „Geist der Weihnacht“ inspirieren. Müller wird auch die karnevalistische „Puppensitzung“ schreiben und inszenieren. Für die Kinder-„Puppensitzung“ zeichnet Katja Wiesner, Ex-Präsidenten der „immi-Sitzung“ verantwortlich. Für Kinder gibt es dann noch eine doppelte Premiere: „Dat kütt bloss vum Singe“ ist nicht bloß ein neues Musical, die Songs sind auch Eigenkompositionen von Iris Schlüter.

Eröffnet wird die Spielzeit für das erwachsene Publikum am 27. August mit „Schälock Holmes“Mit dem „Kriminalstöck us Knollendörp“ springt das Theater – etwas verspätet – auf den Trend der Regional- und Lokalkrimis auf. Weil Privatdetektiv Schäl die Beschattung untreuer Eheleute auf Dauer etwas eintönig findet, sehnt er sich nach einem richtig großen Mordfall. Sein Gehilfe „Watson“ Hänneschen soll sich da gefälligst etwas einfallen lassen.

Intendantin Frauke Kemmerling kann beeindruckende Zahlen vorlegen

Für die ersten drei Jahre ihrer Intendanz zog Kemmerling eine beeindruckende Bilanz. So konnte sie gegenüber 2012 die Besucherzahlen im Jahr 2015 von 66.500 auf 72.400 steigern, die Auslastungsquote kletterte auf 96 Prozent (2012: 86 Prozent). Dank neuer Angebote für Führungen durchs Theater, Vermietungen und neuer Merchandising-Produkte wird der Etat zu 54 Prozent (44 Prozent) aus Eigenmitteln bestritten. Aktuell beträgt der Etat zwei Millionen Euro.

Nachdem der WDR erklärte, ab 2017 keine Puppensitzung mehr zu übertragen. War die Verärgerung groß. Kemmerling liegen derzeit über 11.000 Protestunterschriften vor. Auch der Kulturausschuss will eine entsprechende Resolution an WDR-Intendant Tom Buhrow schreiben. So beschlossen es die Kulturpolitiker auf ihrer Sitzung am Dienstag. Als „Ersatz“ ist im nächsten Jahr für den Dienstag vor Weiberfastnacht ein großes Public Viewing der Sitzung auf dem Eisenmarkt geplant.

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