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WDR beendet Übertragung des Kölner Hänneschen-Theaters

Erstellt 06.11.2015

Ab dem Jahr 2017 beendet der WDR die Übertragung der beliebten Puppensitzung aus dem Hänneschen-Theater. Der öffentlich-rechtliche Sender begründet die Entscheidung mit „notwendigen Sparanstrengungen“. Von Susanne Happe

Köln. Der WDR hat entschieden, die Puppensitzung des Hänneschen-Theaters nicht mehr zu übertragen. Ab 2017 wird es keine Fernsehaufzeichnung mehr geben. Das Ensemble und Hänneschen-Intendantin Frauke Kemmerling haben „bestürzt“ auf die Nachricht reagiert. Seit 1982 wurde die Sitzung übertragen, deren Karten jedes Jahr im Nu ausverkauft sind und für die Fans eine Nacht vor dem Vorverkauf vor dem Theater campieren.

„Es geht hier auch um einen Kulturauftrag, wir reden über einen öffentlich-rechtlichen Sender“, betonte Kemmerling am Donnerstag. Nach Auskunft des Theaters begründet der WDR die Absetzung der Puppensitzung aus dem Programm mit „notwendigen Sparanstrengungen“.

Der Sender zahlt dem Hänneschen eine fünfstellige Summe für die Übertragungsrechte. „Damit werden urheberrechtliche Leistungen von freien Autoren und Musikern dieser Sitzungen bezahlt“, erklärt die Intendantin. Trotz der Entscheidung betont Kemmerling, man habe mit dem WDR eine „gute Gesprächsgrundlage“. Der WDR argumentiert auch mit einer schlechten Quote – das Programm des Hänneschen-Theaters habe seine Fans vorrangig im Kölner Raum gefunden, aber nicht mehr im gesamten Sendegebiet des WDR.

Man könne nicht mit vernünftigen Quoten rechnen

Die Intendantin kontert, dass man nicht mit vernünftigen Quoten rechnen könne, wenn die Puppensitzung – wie geschehen – am späten Abend des Karnevalssonntag und am frühen Morgen des Karnevalsdienstag ausgestrahlt werde. Auch der Vorstand des Fördervereins der Freunde des Hänneschen-Theaters hat gestern überrascht und enttäuscht auf diese Entscheidung reagiert.

Auf die Frage, ob es von Seiten des Senders noch Gesprächsbereitschaft gebe, teilte der Westdeutsche Rundfunk der Rundschau gestern mit: „Dass der WDR von der Session 2017 an auf die Fernsehaufzeichnung verzichten wird, ist beschlossen.“

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