Hänneschen-Figuren suchen Paten

Erstellt 10.03.2015

Patenschaften gibt es nicht nur im Kölner Zoo sondern auch bei den Knollendorfern. Für einen dreistelligen Betrag kann man Pate von Hänneschen, Bärbelchen und Co. werden. Am Dienstag wurde das Programm für die neue Spielzeit vorgestellt.  Von Norbert Ramme

Köln. Patenschaften kannte man bislang vor allem aus dem Zoo – für Erdmännchen, Nashörner oder Elefanten. Nun suchen auch die Knollendorfer alljährlich Paten: Für 350 Euro kann man Patenonkel oder -tante von Hänneschen, Bärbelchen, Tünnes, Schäl und Co. werden.

„Für die kommende Spielzeit sind aber nur noch Besteva, Röschen und Mählwurms Pitter zu haben“, verkündete Puppenspielintendantin Frauke Kemmerling bei der Vorstellung des neuen Spielplanes – vorrangig mit Stücken, die Mitglieder des Ensembles geschrieben haben.

Neue Stücke


Nein, mit Peter Millowitsch habe sie sich nicht abgesprochen, sagte Silke Essert und lachte. Genau wie das kommende Millowitsch-Stück heißt ihr Kinderstück „Käsch en d’r Täsch“. Hierin träumen Hänneschen und Bärbelchen von einem Geldgewinn bei einem Fernsehquiz, mit dem sie einen notleidenden, kleinen Zirkus unterstützen wollen.

Auch das Ostermärchen 2016 stammt aus ihrer Feder. „Osterween“ ist der lustige Versuch, die kölschen Traditionsfeste gegen das amerikanische Halloween abzugrenzen.

Während Iris Schlüter sich das Weihnachtsmärchen „Der Nosskracher“ ausgedacht hat, stammt die kommende Abendproduktion von Tünnes-Darsteller Udo Müller. Als Vorlage für sein „Aapethiater“ dient ihm auch die Situation vieler freier Theaterbühnen, die stets um Subventionen kämpfen und von Schließungen bedroht sind. So geht es auf der Stockpuppen-Bühne auch dem Thalia-Schäl Theater, dessen Direktor sich auf Kirmesschläger einlässt und sich aus dem Rotlicht-Millieu sponsern lässt. Da bleibt reichlich Platz für Seitenhiebe auf das aktuelle Stadtgeschehen.

Alle Rekorde geschlagen

Bei diesen Neuauflagen mischen dann auch zwei neue Kollegen hinger d’r Britz mit – Werner Schlangen (52), der kürzlich „als Quereinsteiger aus dem Unternehmensbereich“ eingestellt wurde und Alexis Berg (24), der am 1.?April anfängt. Sie füllen die Lücken des im Vorjahr gestorbenen Heinz Becker und des Ende März in Rente gehenden Walter Oepen.

Von Müller stammte auch das Stück „Lück wie ich un do“ rund um Melodien der Bläck Fööss, das, so Kemmerling, „alle Rekorde schlug“ und mehr als 100 Mal gezeigt wurde. Mit finanzieller Unterstützung der Kreissparkasse konnte hierzu eine DVD produziert werden, die für 15 Euro im Hänneschen erhältlich ist.

Tickets für Stücke im Hänneschen-Theater gibt es Internet bei Kölnticket.

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