Hänneschen buddelt in der Zone

„Wat fott es, es fott“
Hänneschen buddelt in der Zone

Erstellt 25.08.2014

In dem unterhaltsamen Theaterstück „Wat fott es, es fott“ wird das Hänneschen zum Botschafter für das geplante jüdische Museum. Und die Zuschauer erlebten bei der Premiere eine Zeitreise in die kölsche Vergangenheit im Jahr 991. Von Esther Brandt

Köln


In der Archäologischen Zone ist was gebacken. Bei den Ausgrabungen stößt Hänneschen auf etwas ganz Spezielles - den etwa tausend Jahre alten Ohrring der Kaiserin Theophanu. Und das auch noch mitten in einer mittelalterlichen Kloake. "Wie kom dat Uhrbömmelche us Byzanz en de Äd vun däm Kackhüsje am Rothuus?" Diese Frage versucht der kleine Hobby-Archäologe den Zuschauern im neuen Hänneschen-Stück "Wat fott es, es fott", zu beantworten. Die Zuschauer erlebten bei der Premiere eine Zeitreise in die kölsche Vergangenheit.

Und so finden sich alle im Köln des Jahres 991 wieder. Bald ist nicht nur dem Hänneschen klar, dass die Urahnen seiner Knollendorfer Freunde am Verschwinden des wertvollen Ohrschmucks nicht ganz unbeteiligt waren. Einen historischen Krimi hat Marina Barth, Chefin des Klüngelpütz-Theaters, für das prominente Puppentheater entwickelt und dabei geschickt die Kölner Geschichte mit der politischen Debatte um das geplante jüdische Museum verwoben.

In dem unterhaltsamen Theaterstück wird das Hänneschen selbst zum Botschafter für das umstrittene Museum. Barth hat den tatsächlichen Sensationsfund des kaiserlichen Ohrrings zum Mittelpunkt des Puppenspiels gemacht. Intendantin Frauke Kemmerling sagt stolz: "Das Stück ist wahnsinnig gut recherchiert. Da hatten wir durch Dr. Marcus Trier vom Römisch-Germanischen Museum und Dr. Mario Kramp vom Stadtmuseum eine ganz tolle Beratung." Und ganz nebenbei lernt das Publikum noch ein paar nicht ganz ernst zu nehmende Geschichten über das Entstehen des Kölsch, die wahren Erfinder der grünen Bimmelbahn und den ersten Kölner "Zoch". Und wer hätte schon gedacht, dass sich die Bremer Stadtmusikanten nur deshalb finden konnten, weil die Katze von Mählwurms Pitter zu wenige Mäuse fing? Was es mit dem edlen Ohrschmuck der Kaiserin genau auf sich hat, können die Zuschauer ab sofort im Theater erleben.

"Wat fott es, es fott": 23. August bis 31. Oktober 2014 und 8. April bis 12. Juni 2015, Mi bis Sa um 19.30 Uhr, So um 17 Uhr. Karten gibt es für 19,50 Euro unter der Telefonnummer 0221/2581201