Wenn der Hase Burn-Out macht

Wenn der Hase Burn-Out hat

Morgen kommt der Osterhase? Na, von wegen! Ein signal-gelber Zettel, unübersehbar an den Baum auf dem Dorfplatz gepinnt, verkündet die Schreckensnachricht: Das Fest der versteckten Leckereien soll in diesem Jahr ins Wasser fallen. Von Katharina Hamacher

Köln. Morgen kommt der Osterhase? Na, von wegen! Ein signal-gelber Zettel, unübersehbar an den Baum auf dem Dorfplatz gepinnt, verkündet die Schreckensnachricht: Das Fest der versteckten Leckereien soll in diesem Jahr ins Wasser fallen. Der Osterhase, schwer gestresst vom Höhner jagen und Eier bemalen, kippt buchstäblich aus den Latschen. Diagnose: Burn-Out.

Im Osterstück des Hänneschen-Theaters ist das Entsetzen bei den Knollendorfer Pänz erst einmal groß. Die liebe Hasen-Familich schickt ihr Oberhaupt nämlich kurzerhand in den „Cluburlaub für Tiere“ unter Palmen.

Mit der prächtigen „Santa Knollita“ in die Südsee

Mit „Has op Jöck“ (Regie: Steffi Brands, Assistenz: Marina Barth), dem ersten Stück aus der Feder von Silke Essert, ist der Puppenspielerin ein fantasievolles Ostermärchen geglückt. Zwar stellen die langen Umbauarbeiten zwischen den Akten die Geduld der kleinen Premieren-Zuschauer auf eine harte Probe. Wenn der Vorhang endlich aufgeht und die detailverliebten, aufwendigen Bühnenbilder zum Vorschein kommen, hat sich die Warterei jedoch gelohnt.

Ein Prunkstück etwa ist die wunderschöne Holzjacht „Santa Knollita“, mit der Hänneschen und Bärbelchen durch die Südsee schippern. Die beiden haben natürlich nur ein Ziel: Den erholungsbedürftigen Osterhasen aus dem Liegestuhl zu zerren und rechtzeitig vor Sonnenaufgang nach Knollendorf zu bringen. Piraten, Haie und ein Mathematik-besessener Flaschengeist stellen keine wirklichen Hindernisse dar, schließlich können die Pänz per Publikumsjoker ihre Helden navigieren. Und wenn d’r Zoch der Tiere über den Strand zieht, wird klar, dass Südsee und Knollendorf doch näher beieinander liegen, als man denken mag.

Ob Hänneschen und Bärbelchen den Has am Ende zur Umkehr bewegen können oder ob Speimanes doch noch sein olles Mümmelmann-Kostüm aus der Fastelovends-Kiste kramen muss, bleibt abzuwarten. Aber die beiden wären wohl nicht die Lieblinge der kleinen Zuschauer, wenn sie nicht alle Hebel in Bewegung setzen würden.

Bis zum 17. April ist das Stück im Hänneschen-Theater zu sehen; mittwochs bis freitags um 16.30 Uhr und wochenends um 15 und 17.30 Uhr. Für viele Veranstaltungen gibt’s noch Karten unter Ruf 0221/2581201, per Mail: haenneschen@stadt-koeln.de oder unter www.koelnticket.de. Kinder zahlen 8,50, Erwachsene 13 Euro.

Quelle: Kölnische Rundschau