Osterhase ist reif für die Insel

"Has Op Jöck": Die Premiere des Ostermärchens im Hänneschentheater. Foto: michael bause

Premiere im Hänneschens: Das neue Kinderstück des Kölner Puppentheaters zeigt, dass Urlaub auch anstrengend sein kann, wie schön es ist, etwas zu suchen und schließlich auch zu finden - und wie der Osterhase mit Burnout umgeht.  Von Norbert Ramme

Köln. 

Der Osterhase hat Burnout und braucht dringend eine Auszeit. Den Hühnern hinterher rennen, Eier bemalen, Nester bauen und Eier verstecken – der ganze Stress vor dem Osterfest ist ihm einfach zu viel. Mal was anderes machen wie Nikolaus oder Sandmann ist auch keine Lösung. Ein Urlaub im Öldi-Söldi-Club auf der Ibn-Dibn-Dab-Insel soll helfen. Doch dafür muss das Osterfest in Knollendorf ausfallen.

Turbulentes Ostermärchen

Wie Hänneschen, Bärbelchen und Co mit dieser traurigen Nachricht umgehen und doch noch zu bunten Eiern kommen, zeigt das recht turbulente Ostermärchen „Has op Jöck“. Es ist das erste Stück, das Puppenspielerin Silke Essert – zählt seit drei Jahren zum Ensemble – für die Hänneschen-Bühne geschrieben hat. Herausgekommen ist ein äußerst vergnügliches Stück für die ganze Familie. Die Regie hat Bestemo-Darstellerin Steffi Brands übernommen, die daher ihre Zweitfigur, Schäls Tochter Röschen, an Katja Wiesner abgegeben hat. Fürs Stammpublikum etwas ungewohnt klingt die Stimme des Hänneschen. Da Jacky von Guretzky-Cornitz derzeit an einer Reha-Maßnahme teilnimmt, spielt und spricht Stefan Mertens die Traditionsfigur.

Per Brief, an einem Baum geheftet, hat der Osterhasen den Knollendorfern seine Urlaubspläne mitgeteilt, doch Hänneschen und Bärbelchen sind entsetzt. Den Ausfall des Osterfestes wollen sie nämlich nicht hinnehmen. Als Ersatz bieten sich Schäl („Gegen Bezahlung“) und Speimanes („Ich hab in meiner Karnevalskiste noch ein Hasenkostüm“) an. Hänneschen und Bärbelchen lehnen ab und beschließen, den Osterhasen zu suchen und zurück zuholen. Zumindest im Traum sollte das gelingen.

Ständig in der Ruhe gestört

Und so wird Bärbelchen („Ich träume, was ich mir gewünscht habe“) zu Käpt’n Barbarella auf einem riesigen Piratenschiff. Da gefällt es ihr gar nicht, dass Bruder Hänneschen das gleiche träumt: „Fott us mingem Draum, do Spacko!“ Doch gemeinsam finden sie die Insel und den Hasen, der schnell herausgefunden hat, dass „einfach ens nix dun“ im Cluburlaub kaum möglich ist. Ständig wird er in seiner Ruhe gestört. Vom Ananas-Verkäufer, von einer Massage-Frau, von Lautsprecherdurchsagen des Animateurs oder auch von einer Tier-Parade: „D’r Zoch kütt. Do simmer dobei.“

Gefallen findet der Osterhase an einer Reggae-Kombo, die frei nach Bob Marley singt: „No Ostern, no Ei.“ Von Hänneschen und Bärbelchen lässt er sich zeigen, wie schön es ist, irgendetwas zu suchen und zu finden. Zurück in Knollendorf hinterlässt der Hase außer normalen Osternestern ein dickes, goldenes Ei. Während Besteva „Rührei für den ganzen Saal“ ankündigt, haben die Pänz längst herausgefunden, das es sich um ein riesiges Schokoladenei handelt: „Schoko-Fondue für alle!“

„Has op Jöck“ wird bis zum 17. April gezeigt: Mittwoch bis Freitag 16.30 Uhr, Samstag und Sonntag 15 Uhr und 17.30 Uhr. Für fast alle Vorstellungen gibt’s noch Karten (Erwachsene 13 Euro, Kinder 8,50 Euro) an der Theaterkasse, bei Köln-Ticket oder telefonisch 0221/258 12 01.

Quelle: Kölner-Stadt-Anzeiger