"Et Kätt" geht in Rente

Ruhestand nach 22 Jahren: „Et wor en ärch schöne Zick“, sagte Inge von der Lohe (65), durchaus mit einem Tränchen im Auge. Mit einer Feier im Foyer des Hänneschen-Theaters wurde die Puppenspielerin von Intendantin Frauke Kemmerling offiziell verabschiedet.

Von der Lohe, die als gelernte Dekorateurin 1991 wegen ihrer schönen kölschen Aussprache eher per Zufall für die Stockpuppenbühne entdeckt wurde („Ich hatte großes Glück, die Stelle zu kriegen. Das war wie ein Sechser im Lotto“), war vor allem die Stimme der stets schlagfertigen und ein wenig frechen Seniorin Zänkmanns Kätt. Die Puppe hatte es zuvor schon im Hänneschen-Fundus gegeben, aber erst von der Lohe hat ihr den passenden kölschen Charakter verpasst und diese Figur im Laufe der Jahre weiterentwickelt. Welchem Puppenspieler künftig „et Kätt“ zugeordnet wird, ist noch unklar. „In der Puppensitzung ist sie wohl nicht dabei“, sagt Kemmerling. „An den großen Erfolg der Zänkmanns-Kätt-Rede aus der vergangenen Session können wir noch nicht anschließen.“ Dabei hat man durchaus noch einige Puppen mit dem Konterfei der streitbaren Alten im Schrank, auch wenn ein besonders schönes Exemplar der scheidenden Spielerin mitgegeben wurde. Die Kollegen aus dem Ensemble hatten mit ihren Stockpuppen ganz persönliche Verse oder Dialoge vorbereitet.

Zur Abschiedsfeier waren zahlreiche Freunde und Gäste gekommen. So Marie-Luise Nikuta und die Bläck Fööss-Musiker Hartmut Priess und Bömmel Lückerath sowie Ex-Kollegen wie Grete Zimmermann (Maritzebell) und Uschi Hansmann. Mit der langjährigen Bärbelchen-Darstellerin will von der Lohe künftig mit Kölscher Poppe-Kleinkunst weitermachen – als „Kätt un Nies“. So ganz ohne Pöppcher geht es nicht. Von der Lohe: „Ich werde für immer mit dem Hänneschen verbunden sein. Un et jitt nix Schöneres, als de Lück zo ungerhalde.“ Doch zunächst will von der Lohe all das machen, was in den vergangenen Jahren liegen geblieben ist: „Meine Bude auf Vordermann bringen, ordentlich und ausgiebig Fastelovend feiern und in ferne Länder reisen.“ (NR)

Quelle: KSTA