Zeitreisen im Kölner Hänneschen

Zeitreisen im Kölner Hänneschen

Köln.Es geht mal in die ferne Zukunft, dann ins späte oder auch mal ins ganz frühe Mittelalter. Der neue Spielplan im Hänneschen, den Puppenspielintendantin Frauke Kemmerling am Dienstag im Theater am Eisenmarkt sowie im Kulturausschuss vorstellte, bietet einige Zeitreisen. Und das wird auch für die Bühnenbildner eine echte Herausforderung. Kemmerling: „Da haben wir die Kölner Oper um Hilfe gebeten.“

Eine solche Kooperation zählt mit zum Bemühen der Puppenbühne, Querverbindungen in der Stadt zu entdecken und das eigene Profil als Theater zu schärfen. Im Zuge der neuen Stücke gibt es auch schon Kontakte und Anfragen in Richtung Römisch-Germanisches Museum, Stadtmuseum und El-De-Haus. Kemmerlings Vision: „Das Hänneschen als eine weitere Kulturmarke der Stadt Köln etablieren.“ Da gebe es noch viel zu tun. So hat sie neben der Theaterkonferenz und der Akademie för uns kölsch Sproch auch das Millowitsch-Theater und die lit.cologne auf ihrer Liste.

Suche nach neuen Autoren

Auch bei der Suche nach neuen Autoren ist die Intendantin ein Stück weitergekommen. Außer Puppenspieler Udo Müller, der in den vergangenen 20 Jahren bereits 48 Stücke geschrieben hat und für die kommende Spielzeit das Weihnachtsmärchen „De Engelspröfung“ beisteuert, sind Iris Schlüter und Marina Barth als Autoren hinzugekommen. Schlüter, die im Rahmen des Studiums ihre Magisterarbeit über das Hänneschen geschrieben hatte und schon 1989 für eine Produktion („Drei Hätz us Holz“) verantwortlich war, hat sich das kommende Kinderstück ausgedacht: „Et Ääd-äppelsfess“. Dabei geht es nicht nur um die Prämierung der dicksten Kartoffeln – ob da wohl der dümmste Bauer gewinnt? – sondern auch um Geschichte und Bedeutung des Nahrungsmittels. Dafür reisen Hänneschen, Bärbelchen und Schäl mit einer Zeitmaschine in die Zukunft, dann ins Mittelalter: „Zurück zur Knolle“.

Noch ein wenig tiefer in die Stadtgeschichte taucht das Abendstück „Wat fott es, is fott“ ein, das die Chefin des Klüngelpütz-Theaters geschrieben hat. „Ich bin schon lange Hänneschen-Fan und habe mich jetzt einfach mal aufgedrängt“, sagt Barth und lacht. Sie setzt bei der archäologischen Zone an, in der ein antiker Ohrring gefunden wird. Hänneschen fragt sich, wie der dort wohl hingekommen ist und landet im Jahr 970. Die Kaiserin Theophanu ist gerade verstorben und soll in Köln mit einem gigantischen Festzug beerdigt werden. So ein Spektakel gefällt den Kölnern, früher wie heute. Hauptsache: „D’r Zoch kütt.“ (NR)

Der Vorverkauf für die Vorstellungen in der am 23. August beginnenden neue Spielzeit (außer Puppensitzung) beginnt am 2. April. Karten für die Puppensitzung gibt es ab dem 13. September, 7 Uhr.

Quelle: KSTA